Pickel in der Pubertät

Roaccutane – Was du wissen solltest!

Was ist Roaccutane?

Roaccutane als Substanz ähnelt dem Vitamin A. Dementsprechend wirkt es in schweren Fällen der Akne ähnlich. Es gibt von außen der Haut zurück, was ihr von innen aufgrund pubertärer oder anderer Besonderheiten momentan fehlt. Vitamin A unterstützt ansonsten beispielsweise die Sehkraft, das Wachstum und die Fortpflanzung. Wenn Haut sich nicht normal regeneriert und ihrer Bestimmung gemäß funktionieren kann, führt Roaccutane, äußerlich angewendet, sie wieder zum gesunden Funktionieren zurück. Angewendet wird das in Kapselform erhältliche Medikament Roaccutane nach dermatologischer Einschätzung von Hautexperten und ausschließlich in schweren Fällen von Akne, wenn sich Pickel und Mitesser beispielsweise massiv entzünden oder neben dem Gesicht auch Rumpf und/oder Gliedmaßen davon betroffen sind. Roaccutane darf nicht bei leichten Akneerkrankungen angewendet werden, da es unter Umständen negative Auswirkungen auf das Blutbild haben kann. Aus diesem Grund wird es erst nach individueller Analyse verschrieben und darf von damit behandelten Patienten unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden. Die erfolgversprechende Behandlung mit Roaccutane Kapseln zeigt bei schweren Fällen erst nach Wochen eine Verbesserung des Hautbildes, ein völliges Abklingen erst nach mehreren Monaten.

Wissenswertes über Roaccutane

Die Erwartungen an die dauerhafte Heilwirkung von Roaccutane werden zunächst enttäuscht. Denn Patienten mit schwerer Akne, welche die Kapseln einnehmen, stellen sehr häufig eine anfängliche Akneverschlimmerung fest. Dies ist eine normale Hautreaktion auf den enthaltenen Wirkstoff Isotretinion (Iso), einen Abkömmling des natürlichen Vitamins A. Die Einnahme von Roaccutane erfolgt parallel zu einer unbedingt fettreichen Mahlzeit. Wer dies nicht möchte, kann stattdessen zu der Roaccutane ein Glas Milch trinken. Hier kann sich der Wirkstoff am besten auflösen und wirkt somit schneller. Wem in schweren Aknefällen Roaccutane verschrieben wird, der muss während der Einnahmezeit regelmäßig Blutkontrollen machen lassen und darf in dieser Zeit sowie bis sechs Monate danach keine Blutspende abgeben. Denn die starke Heilwirkung kann auch Veränderungen der Blutwerte sowie der Leberwerte bewirken. Darüber hinaus sollten Frauen während der Einnahme von Roaccutane nicht schwanger werden, also während der Einnahmezeit von sieben bis neun Monaten sicher verhüten. Das Medikament ist ohne Rezept nicht erhältlich. Das Körpergewicht bestimmt neben weiteren, vom Arzt festgelegten Faktoren, wie hoch die Dosierung sein soll und wie sich die Einnahme beim Auftreten von Nebenwirkungen verändern muss.

Therapiechancen beim Einsatz von Roaccutane

Verantwortungsvolle Mediziner verordnen Roaccutane dann, wenn die Akne im schweren Stadium weiter“blüht“ und keine andere nachhaltige Behandlung erfolgreich war. Wer sich an die Einnahmeregeln, die Ernährungstipps und die Nachsorgeempfehlungen seines Dermatologen hält, der hat 80 % ige Chancen, mit dem Medikament die Talgproduktion dauerhaft unter Kontrolle zu bekommen. In den restlichen 20 % bleibt die Heilwirkung mit Hilfe von Roaccutane nachhaltig genug, so dass höchstens eine späte Zweitbehandlung nötig wird. Die hohen Erfolgschancen bei einer Behandlung mit Roaccutane rühren daher, dass die Kapseln die Ursache von Akne angehen statt nur die Symptome zu behandeln. Je optimaler die Dosierung von Roaccutane über einen sinnvollen Zeitraum von mehreren Monaten verschrieben und vom Patienten eingehalten wird, umso geringer ist die Rückfallgefahr. Generell ist Roaccutane ein Hoffnungsschimmer mit Nebenwirkungen für alle Patienten, die an allen bisherigen Versuchen der Aknebehandlung scheiterten. Vor allem bei übergewichtigen Menschen mit zeitgleicher Ernährungsumstellung zeigen die Kapseln nachhaltig positive Veränderungen des Hautbildes.

Optimale Dosierung von Roaccutane und Dauer der Behandlung

Grundsätzlich legt ein verantwortungsvoller Dermatologe die Dosierung von Roaccutane über mehrere Monate fest und korrigiert monatlich bei Bedarf, abhängig von den Blutwerten und dem sichtbaren Behandlungserfolg. Fünf bis acht Monate gelten als Durchschnitt. Gelegentlich können neun bis 10 Monate erforderlich sein. Je nach körperlicher Verfassung führt bereits eine geringe Dosierung von 0,2 bis 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zu guten Ergebnissen. Ausnahmsweise kann 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zum dauerhaften Erfolg führen. Weniger Roaccutane pro Tag muss verschrieben werden, wenn sich die Blutwerte verändern. Dann allerdings besteht die Gefahr eines Rückfalls. Das bedeutet, dass eine Zweitbehandlung mit Roaccutane, wiederum über mehrere Monate, erforderlich wird. Wichtig ist während der Einnahme des Medikamentes neben dem verantwortungsvollen Dosieren auch die Geduld des Patienten. Roaccutane heilt nur allmählich, aber nachhaltig. Ungeduld kann den Hautarzt – je nach Charakter seines Patienten – zu einer Höherdosierung verleiten. Dennoch heilt die talggeplagte, entzündete Aknehaut nun weiterhin sicher, aber langsam. Roaccutane erfordert eine auf jeden Körper individuell eingestellte Dosierung. Der Einnahmezeitraum ist nur wenig veränderbar, das Ergebnis in schweren Fällen von Akne jedoch stets nachhaltig, falls Dermatologe und Patient optimal zusammenarbeiten.

Wechselwirkungen von Roaccutane mit Medikamenten und Inhalten
Roaccutane sollte nicht zeitgleich mit Tetracyklinen (bestimmte Antibiotika) eingenommen werden. Hierbei erdulden manche Patienten einen deutlich höheren Schädelinnendruck, was schmerzhaft und bedenklich ist. Ebenso sollte auf die Einnahme von weiteren Vitamin-A-Präparaten während der Behandlung mit Roaccutane verzichtet werden. Vitamin A ist beispielsweise in Multivitamin-Tabletten, Multivitaminsaft oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Wer dennoch gerne Vitamingaben täglich konsumiert, kann durch aufmerksame Kontrolle der Zutatenliste eine versehentliche Überdosierung vermeiden, indem er gezielt die Inhaltsangaben vor der Einnahme ansieht. Bekannt ist auch eine nicht bedingte, aber mögliche Wechselwirkung mit Benzoylperoxid sowie mit anderen, zusätzlich zu Roaccutane verwendeten Akne-Heilmitteln. Generell sollte während der Behandlungsmonate mit Roaccutane nicht mit Pickelstiften, Schleif- oder Schälmitteln für die Haut und anderen, aggressiven Heilversuchen experimentiert werden. Wechselwirkungen mit Mitteln gegen Epilepsie sind ebenfalls bekannt. Vor allem Carbamazepin darf nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt parallel zu Roa eingenommen werden.

Author Info

Doktor Haut

Doktor Haut beschäftigt sich gerne mit Themen der Dermatologie. Hauptsächlich behandelt er Themen zu den häufigsten Hautkrankheiten wie z. B. Akne, Neurodermitis, Lippenherpes oder auch über den lästigen Fußpilz.

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Comment ( 1 )

  • Sandra

    Ich fange in 1 Woche mit Roa an, bin mal gespannt wie sich das ganze auf mich und meinen Körper auswirkt. Egal wo man liest, ein bisschen angst bekommt man ja schon irgendwie bei den ganzen Nabenwirkungen die Roaccutane mit sich bringt.

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