Lippenherpes – Alles, was Sie dazu wissen müssen

Jeder Mensch, der schon einmal Herpes hatte, weiß, wie unangenehm diese Infektion sein kann. Dieser Artikel fasst alle wichtigen Informationen zum Thema Lippenherpes zusammen und erklärt Ihnen in einem ersten Schritt, was genau darunter zu verstehen ist und wie die Infektion zustande kommt. Im weiteren Verlauf werden die Symptome näher beleuchtet und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Lippenherpes behandelt und vorgebeugt wird.

Was ist Lippenherpes?

Lippenherpes (im Lateinischen: Herpes labialis) bezeichnet eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), welche im Volksmund auch als Herpes oder Fieberbläschen bekannt ist. Der Name leitet sich vom altgriechischen „herpein“ ab, was übersetzt kriechen bedeutet. Damit ist die kriechende Ausbreitung der Hautläsionen bei einer Infektion mit Herpes-simplex gemeint. 9 von 10 Menschen tragen das Virus in sich, allerdings bricht es nur bei 20 % regelmäßig (ca. 2-3 Mal pro Jahr) aus. Ein Herpes-Ausbruch dauert im Normalfall 3-4 Tage, danach ist die virale Belastung so gut wie vorüber und der Heilungsprozess der Bläschen setzt ein.

Das Virus verbleibt nach einer Erstinfektion in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus, selbst wenn diese symptomlos verlief. Dies wird als persistierende Infektion bezeichnet. Die Therapie von Herpes-Infektionen ist nicht in der Lage irgendetwas daran zu ändern, sie versucht vielmehr die Vermehrung des Virus nach einer möglichen Reaktivierung einzudämmen bzw. zu verhindern.

Wie kommt es zu Lippenherpes?

In dem meisten Fällen erfolgt eine Übertragung von Lippenherpes per Schmierinfektion, womit eine direkte Übertragung der Viren von einem Mensch auf einen anderen gemeint ist. Bei Lippenherpes befinden sich die Viren vor allem direkt an der infizierten Stelle und in der Bläschenflüssigkeit. Sie sind jedoch auch im Speichel verteilt. Dieser ist auch die hauptsächliche Ansteckungsquelle bei Lippenherpes. Im Falle einer aktiven Virenausscheidung besitzt Küssen ein hohes Übertragungsrisiko.
Auf nahe Distanz können die Viren auch per Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten, also über die Luft, übertragen werden. Vor allem bei Kindern kommt es oft zur Übertragung von Lippenherpes, da diese sich relativ häufig mit den Fingern an oder in den Mund fassen und beim Spielen teilweise enger Körperkontakt besteht. Dadurch übertragen sich die Viren schnell von einem Kind auf das andere.

Außerhalb des Körpers kann das Herpes-Virus bis zu 2 Tage überlegen, d. h. auch eine indirekte Ansteckung mit HSV-1, über infizierte Gegenstände wie z. B. Gläser, Teller oder Besteck, ist durchaus möglich. Bei einer Erstinfektion gelangen die Erreger über kleinste Risse in Haut und Schleimhaut in den Körper. Sie vermehren sich am Anfang vor allem in den Epithelzellen an der Hautoberfläche. Dies führt zu den typischen Symptomen. Da einige der Erreger sich in Nervenzellen einlagern und dort im Ruhezustand verbleiben, tragen Sie die Viren auch nach Abheilung der Bläschen lebenslang im Körper.

Symptome bei Lippenherpes

Manche Betroffene spüren schon vor der ersten Bläschenbildung an der jeweiligen Stelle eine Empfindlichkeit, ein Spannungsgefühl oder ein leichtes Brennen bzw. Kribbeln. Um möglichst effizient gegen Lippenherpes vorzugehen, sollte bereits jetzt mit einer Behandlung begonnen werden. Allerdings muss sich der Beginn der Infektion nicht zwangsläufig ankündigen. Manchmal bilden sich die Bläschen innerhalb weniger Stunden oder über Nacht. Tritt Herpes zum ersten Mal auf, schwellen meist auch die Lymphknoten in der Nähe des betroffenen Bereiches an, was zu Schmerzen führen kann. Die kleinen Lippenbläschen füllen sich relativ schnell mit einer klaren Flüssigkeit. In dieser Phase ist die Viruslast – und damit auch die Ansteckungsgefahr – am größten. Für Betroffene ist das typische, pulsierende Gefühl oft mit starken Schmerzen verbunden. Nach wenigen Tagen platzen die Bläschen schließlich auf und hinterlassen dabei an der Hautoberfläche eine kleine, empfindliche Wunde. Diese verkrustet nach kurzer Zeit und ist nach ca. 2 Wochen von selbst abgeheilt. Aber Achtung, solange die Bläschen nicht mit Schorf bedeckt sind, besteht Infektionsgefahr. In einigen Fällen gehen mit der Erkrankung ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie Abgeschlagenheit einher.

Die Bläschen treten in der Regel an der Lippe auf, können jedoch auch auf den Wangen, den Ohrläppchen und in der Nasen- oder Kinngegend vorkommen.

Wie wird Lippenherpes behandelt?

Die Möglichkeiten zur Behandlung von Lippenherpes sind relativ begrenzt. Betroffene können Wirkstoffe entweder in Tablettenform zu sich nehmen oder Cremes benutzen, die auf die Lippen aufgetragen werden. Bei den Virustatika sind es vor allem Stoffe wie Aciclovir und Penciclovir, die eingesetzt werden. Seltener wird auch Tromantadin benutzt. Gele mit Zinksulfat oder antiviralen Zusätzen können dabei helfen, die Bläschen schneller auszutrocknen. Der Herpes-Ausbruch selbst lässt sich damit nicht verhindern, jedoch kann die Krankheitsdauer verkürzt und Symptome gelindert werden. Allerdings lässt sich nur eine Wirkung erzielen, wenn das Gel bzw. die Creme schon bei den ersten Symptomen konsequent aufgetragen wird. Die nicht aktiven, in den Nervenzellen schlummernden, Viren werden durch Salben nicht beeinträchtigt. Findet eine lokale Behandlung mit Gelen oder Cremes zu häufig statt, kann es zur Bildung von Resistenzen kommen. In diesem Fall ist eine entsprechende Testung von Nöten.

Als Alternative bieten sich zudem wirkstofffreie Herpespflaster an. Diese erzeugen ein Feuchtigkeitspolster über dem Herpesbläschen und verhindern so die Übertragung des HSV-1 durch Schmierinfektion. Allerdings besitzen derartige Pflaster keine antivirale Wirkung.

Wenn der Betroffene keine Maßnahmen ergreift, sind die Bläschen nach ca. 2 Wochen wieder verschwunden.

Die Vorbeugung von Lippenherpes

Um das Übergreifen auf andere Körperstellen zu vermeiden, sollte die betroffene Stelle möglichst wenig, im besten Fall überhaupt nicht, berührt werden. Ebenso sollten die Herpes-Bläschen keinesfalls aufgestochen oder aufgekratzt werden, da die austretende Flüssigkeit sehr viele Viren enthält. Sollte es doch zu einer Berührung kommen, empfiehlt es sich im Anschluss die Hände gründlich zu waschen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Weitere Möglichkeiten um den Ausbruch von Lippenherpes zu vermeiden, werden derzeitig kontrovers diskutiert. Dazu gehören u. a. die allgemeine Stärkung des Immunsystems mittels einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und ausreichend Schlaf sowie das Vermeiden zu starker Sonnenbestrahlung (bspw. durch Verwendung von Sun-Blockern mit hohem Lichtschutzfaktor). Ebenso wird Betroffenen geraten, keine Gegenstände wie z. B. Zahnbürsten oder Besteck mit anderen Menschen zu teilen. Auch das Küssen von Betroffenen sollte unterlassen werden, da die Viren auf diesem Weg ebenfalls übertragen werden können.