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Dieser Artikel wurde zuletzt überarbeitet am 12.07.2017

Hämorrhoiden – Das sollten Sie wissen!

Kaum einer weiß, dass jeder Mensch Hämorrhoiden hat. Diese befinden sich am unteren Ende des Mastdarms und bilden eine Art Verflechtung aus Venen und Arterien. Etwas über dem Schließmuskel dichten diese Schwellkörper, gemeinsam mit dem After, den Darmausgang ab. Viele verstehen unter dem Begriff „Hämorrhoiden“ eine Krankheit, dabei ist es ein funktionales Element des menschlichen Körpers. Wann genau die Hämorrhoiden aber zum medizinischen Problem werden, welche Symptome sie haben und wie man diese behandelt, wird in nachfolgendem Artikel beleuchtet.

 

Hämorrhoiden

25 Millionen Deutsche leiden unter Hämorrhoiden

Was sind Hämorrhoiden?

Mediziner bezeichnen den arteriovenösen Schwellkörper am After auch als „Plexus hämorrhoidales“. Gemeint sind aber die klassischen Hämorrhoiden, wie sie umgangssprachlich bezeichnet werden. Sie erfüllen eigentlich eine nützliche Funktion und sind zunächst gar nicht als Krankheit zu verstehen. Allerdings kann es unter bestimmten Voraussetzungen passieren, dass sich die Arterien und Venen erweitern und nach unten drücken. Ab jetzt kann es zu schmerzhaften Veränderungen der Hämorrhoiden kommen und man spricht von einem Hämorrhoidalleiden. Aus Scham vor dem Gang zum Arzt leiden extrem viele Menschen an den unbehandelten Beschwerden, welche sich über mehrere Stufen hinweg sogar verschlimmern können. Statistisch betrachtet leiden mehr Männer als Frauen an den Symptomen, das Alter eines Menschen ist dabei nicht entscheidend, wobei die Wahrscheinlichkeit in höherem Alter zunimmt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, die Aussichten auf Heilung sehr gut. Allerdings sollte man sich bereits früh an einen Mediziner wenden, denn dann steigen die Chancen auf langfristige und schnelle Heilung.

Welche Ursachen haben Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind unangenehm und fallen auch erst dann auf, wenn sich die Gefäße in den Hämorrhoiden erweitern und nach unten sinken. Die Frage, warum dies im menschlichen Körper passiert, kann nicht zu 100 Prozent geklärt werden. Immer noch stehen Mediziner vor einem Rätsel und vermuten unterschiedliche Ursachen.

Ursachen - Auf einen Blick

 

  • schlechter Flüssigkeitshaushalt, wenig  Aufnahme von Flüssigkeiten
  • Verstopfung
  • starkes und unnötiges Pressen beim Stuhlgang
  • wenig Ballaststoffe in der Ernährung
  • sitzende Tätigkeiten oder ein Bewegungsmangel
  • eine angeborene Schwäche des Bindegewebes
  • starkes Übergewicht
  • Schwangerschaft

Beispielsweise kann sehr starkes Pressen während dem Stuhlgang dazu führen, dass die Venen und Arterien anschwellen und sich vergrößern. Durch den Druck auf die Hämorrhoiden während dem Pressen kommt es zu Blutrückstaus in den Gefäßen. Diese verdicken sich schließlich und bilden kleine Knötchen. Der Grund, weshalb man auf diese Ursache kommt, ist der, dass viele Menschen die unter Verstopfung leiden, auch mit verdickten Hämorrhoiden zu kämpfen haben. Das soll aber nicht heißen, dass das Pressen auf der Toilette etwas Schlechtes oder Ungutes ist, – im Gegenteil, es ist ganz natürlich. Während dem Stuhlgang gehört es zu einem ganz natürlichen Prozess, der auch nicht aufgegeben werden muss. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Stuhlgang nicht ausschließlich durch starkes Pressen möglich wird. Menschen die überwiegend einer sitzenden Tätigkeit im Alltag nachgehen, sich wenig bewegen und ungesund ernähren, leiden viel häufiger an Stuhlproblemen. Auch eine ballaststoffarme Ernährung, viel Fastfood und fettige Speisen, führen zu einem harten und unbeweglichen Stuhlgang. Auch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann ursächlich sein.

Als weitere Ursache seien schwangere Frauen zu nennen, welche ebenfalls häufiger von Hämorrhoiden betroffen sind. Durch den erhöhten Druck im Bauchraum kommt es ebenfalls zu einem Blutstau in den Schwellkörpern, aber auch Veranlagungen während einer Schwangerschaft führen aus unerklärlichen Gründen zu Hämorrhoiden.

 

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

Woran man Hämorrhoiden  erkennt

Hämorrhoiden sind relativ schnell zu erkennen, denn die Schmerzen bleiben nicht wirklich unbemerkt. Als häufigstes Symptom sind Blutungen aus dem Darm zu nennen. Diese Blutungen stammen hauptsächlich aus den verletzlichen Gefäßen der Hämorrhoiden. Auch Schleim und flüssiger Stuhl können vorkommen, wenn die gesunden Hämorrhoiden ihre Funktion nicht mehr ausüben können und den Darmausgang verschließen. Durch den oft warmen Stuhl und die enthaltenen Bakterien kommt es bald zu Hautreizungen um den Darm. Betroffene bemerken starkes Jucken und Brennen, auch das Sitzen wird zur Qual.

Mediziner unterscheiden die Erkrankung des Hämorrhoidalleidens in vier Schweregraden. Unter diesen ist es aber unerheblich, wie groß oder erweitert die Hämorrhoiden sind, es kommt auf die Beschwerden an. Diese können bei manchen schon früh sehr schlimm ausfallen, oder aber erst im späten Verlauf Schmerzen verursachen.

 

Welche Symptome gibt es bei Hämorrhoiden?

Wie bereits erwähnt, wird das Hämorrhoidalleiden in vier Stadien unterteilt, wodurch sich auch die Symptome stetig verschlimmern. Bereits bei ersten Anzeichen auf eine Gefäßerweiterung der Hämorrhoiden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zu Beginn der Erkrankung können Hämorrhoiden sehr gut behandelt werden, bestenfalls dann, wenn diese noch nicht aufgeplatzt sind oder sich entzündet haben.


Hämorrhoide Stadium 1

Hämorrhoiden im ersten Stadium

Dieser Grad ist der Beginn sich erweiternder Hämorrhoiden. Die Gefäße beginnen sich zu vergrößern, in den meisten Fällen kaum merklich. Von außen lässt sich noch nichts erkennen. Wer an dieser Stelle eine ambulante Enddarmspiegelung vornehmen lässt, der kann die Hämorrhoiden von innen erkennen. Vielleicht ist den betroffenen Patienten schon ein leicht blutiger Stuhl aufgefallen, von Schmerzen sind sie allerdings noch nicht geplagt.

Hämorrhoide Stadium 2

Hämorrhoiden im Stadium 2

Die Gefäßknoten erweitern sich immer mehr, beim Pressen auf der Toilette treten die Hämorrhoiden weit nach außen. Sie ziehen sich dann wieder von alleine in den Enddarm zurück. Es kommt zu kleineren Juckanfällen oder leichtem Brennen, auch Blutungen sind bei fast jedem Stuhlgang zu erkennen. Nach dem Stuhlgang nässt der Analbereich und es kommt zu immer stärker werdendem brennen.


Hämorrhoide Stadium 3

Hämorrhoiden im 3 Stadium

Die Knoten im Enddarm ziehen sich nach dem Stuhlgang nun nicht mehr von alleine zurück. Es muss mit dem Finger nachgeholfen werden, damit die Hämorrhoiden wieder in den After zurück finden. Eine äußerst unangenehme Sache. Die Schmerzen beeinträchtigen den Stuhlgang, auch gehen ungewollte kleine Mengen flüssiger Kot ab. Der Stuhl kann nicht mehr vollständig aufgehalten werden. Auch haben Betroffene nach dem Stuhlgang das Gefühl, nicht vollständig entleert zu sein.

Hämorrhoide Stadium 4

Hämorrhoiden Stadium 4

Die Hämorrhoiden lassen sich in diesem Stadium nicht mehr zurückdrängen, auch dann nicht, wenn man versucht diese per Finger zurückzuschieben. Sie liegen nun völlig frei und ungeschützt vor dem After. Auch die Schleimhaut des Enddarms stülpt sich nun heraus und man spricht von einem Analprolaps. Die Hämorrhoiden verursachen nun extreme Schmerzen und Probleme beim Stuhlgang. Die Thromben werden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und es kommt zu Krämpfen, starkem brennen und jucken.


Wie können Hämorrhoiden behandelt werden?

Hämorrhoiden können ziemlich gut behandelt werden, bestenfalls dann, wenn sie sich noch im ersten Schweregrad befinden. Die Behandlung richtet sich aber nach dem aktuell befindlichen Grad, in dem sich die Hämorrhoiden befinden. Möglicherweise müssen die Hämorrhoiden sogar operativ entfernt oder behandelt werden. In vielen weniger schlimmen Fällen reichen aber weniger drastischere Maßnahmen.


Den Stuhl formen

Stuhl formen

Den Stuhl formen

Wichtig für die Therapie ist es zunächst, dass der Stuhl ohne Pressen und starkem Drücken auf dem Klo abgeht. Das funktioniert sofern dieser weich geformt ist. Damit dies passieren kann, sollte man auf eine möglichst ballaststoffreiche Ernährung achten. Obst und Gemüse, Reis und viele andere gesunde Lebensmittel sorgen für einen optimalen Stuhl.

Auch Joghurt, Quark und andere leichte Lebensmittel formen die Konsistenz des Kots. Wer während der Behandlung seiner Hämorrhoiden darauf achtet, der wird seinen Stuhl ohne starkes Pressen los.

 


Therapie mit Medikamenten

Medikamente bei Hämorriden

Auf Medikamente setzen.

Wer Abführmittel verwenden möchte, der sollte dies auf keinen Fall auf eigene Faust machen. Stuhlprobleme könnten damit nur begünstigt werden, zudem können andere Magen- oder Darmbeschwerden auftreten.

Medikamente werden meist gegen den Juckreiz oder starke Schmerzen eingesetzt. Diese sind häufig in Form von Salben, Cremes oder Gels in der Apotheke erhältlich und enthalten in vielen Fällen ein antientzündliches Antibiotikum. Auch Zäpfchen oder Analtampons werden eingesetzt, um die Wirkstoffe möglichst lange an die schwierigen Stellen zu bekommen. Verwenden sollte man die Präparate allerdings nur dann, wenn sie auch vom Arzt empfohlen wurden.


Operationen

Hämorriden Operation

Letzter Ausweg, Operation!

Befinden sich die Hämorrhoiden im zweiten oder dritten Stadium, so lassen sich diese oft ohne Operation wieder gesund machen. Ab dem dritten und bis zum vierten Grad des Hämorrhoidalleidens braucht es leider schon mehr, als ein paar Salben. Oft ist der Leidensdruck auch entsprechend hoch, sodass Patienten alles in Kauf nehmen würden, um die Schmerzen zu lindern. Für den operativen Teil gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine besteht aus einer Gummiband-Ligatur, welche an den Hämorrhoidalknoten angebracht wird. So wird die Durchblutung im Gewebe unterbrochen und die Hämorrhoiden können abheilen. Desweiteren ist eine Verödung oder eine Sklerosierung möglich, welches auf ähnliche Art und Weise funktioniert. Hierbei werden allerdings chemische Substanzen und Lösungspräparate verwendet, mit dessen Hilfe die Hämorrhoiden schrumpfen oder sich zusammenziehen sollen. Eine sehr wirksame Therapie, die bereits in vielen schwerwiegenden Fällen helfen konnte.

Leider ist es nicht immer unumgänglich, sich die Hämorrhoiden komplett entfernen zu lassen. Das jeweilige Verfahren und die Möglichkeiten sollten immer mit einem Arzt besprochen werden, auch zweite oder dritte Ansichten schaden nicht. Immerhin behält sich auch ein solch kleiner operativer Eingriff Risiken und Nebenwirkungen vor. Komplikationen in diesem Bereich sind dabei nicht ungefährlich.


Hämorrhoiden mit Hausmitteln bekämpfen

Hämorrhoiden im dritten oder vierten Grad lassen sich in den meisten Fällen weder mit Antibiotika, medizinischen Salben oder Hausmitteln bekämpfen. Wer seine Beschwerden aber rechtzeitig erkennt, der kann mit diversen Hausmitteln versuchen, die Hämorrhoiden in den Griff zu bekommen. Auch als alternative Behandlungsmethode im ersten oder zweiten Grad können Hausmittel in Frage kommen. Weiterhin ist ein Besuch bei einem Heilpraktiker nicht verkehrt.

 

  • Aloe Vera kann auf vielfältige Weise helfen und sowohl innerlich angewendet, oder aber von außen aufgetragen werden. Als Saft kann die Aloe Vera Verstopfungen vorbeugen, von außen behandelt hat es eine desinfizierende und kühlende Wirkung.
  • Eichenrinde wirkt wundheilend und zusammenziehend und wirkt effektiv in Form eines Sitzbades angewandt.
  • Johanniskraut kann ebenfalls in Form von Tees oder aber im Sitzbad verwendet werden. Es beugt Verstopfungen vor und wirkt von außen antientzündlich.
  • Auch die Kamille hat eine äußerst starke entzündungshemmende Wirkung. Mit einem Wattebausch können die betroffenen Stellen abgetupft werden.
  • Löwenzahn wirkt leicht abführend und enthält wichtige Tannine. Diese wirken effektiv bei Durchblutungsstörungen.
  • Ebenfalls vorbeugend gegen Verstopfung dienen die Außenhüllen von Flohsamen. Sie binden Wasser und Schadstoffe im Darm und leiten diese aus.
  • Ingwer soll eine extrem positive Auswirkung auf das Hämorrhoidalleiden haben und sich beruhigend über den After legen. So verschwinden der Juckreiz und das Brennen.
  • Als rezeptfreie Salben lassen sich Ringelblumensalbe, Arnikasalben oder Zink- und Zaubernusssalben aus der Apotheke erwerben. Ungeeignet gegen Hämorrhoiden sind übrigens Niveacremes oder chinesische Salben aus ätherischen Ölen.

Es gibt unzählige Hausmittel, welche im Anfangsstadium von Hämorrhoiden wahre Wunder wirken können. Allerdings wirken die unterschiedlichen Mittel ganz unterschiedlich, sodass man sich nur durch die Hausmittelapotheke probieren kann.

Die Operation – was geschieht währenddessen?

Eine Operation ist immer eine aufregende und beängstigende Sache. Immerhin wird die OP oft in Narkose durchgeführt, und man weiß nie, was mit einem geschieht. Wichtig ist aber, dass die ursprünglichen Gefäßpolster wieder hergestellt werden. Zu entscheiden ist vorab, ob der Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt wird, ebenfalls ist die anschließende Therapie und Wundbehandlung wichtig. Zu unterscheiden sind überwiegend vier unterschiedliche Operationstechniken.

Die Longo-Methode
Die Segment-Entfernung
Die Afterkanal-Plastik-Methode
Die HAL-Methode
Laser und Ultraschall

 

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Schwangerschaft

Eine gesunde Ernährung ist wichtig!

In der Schwangerschaft hat man ohnehin schon mit so manchen Wehwechen zu kämpfen, wenn dann auch noch Hämorrhoiden dazu kommen, kann das ganz schön aufs Gemüt drücken. Allerdings sind betroffene Frauen mit diesem Problem nicht alleine, Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind nicht selten. Während einer Schwangerschaft stellt der Körper sich ganz auf Dehnung und Weichmachen ein. Davon betroffen sind dann natürlich auch die Gefäße, leider auch diejenigen im Darmbereich. Mangelnde Bewegung, eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme und eine hastige oder ungesunde Ernährung tun dann ihr übriges, um die Hämorrhoiden „wuchern“ zu lassen.

Vorbeugen kann man den Hämorrhoiden bereits in der Anfangszeit einer Schwangerschaft. So sollte man auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, sich viel bewegen und viel trinken. Bei guter Pflege gehen die Hämorrhoiden nach der Schwangerschaft wieder zurück. Wer bereits beim ersten Jucken mit der Behandlung beginnt, der hat gute Chancen, völlig schmerzfrei durch die Schwangerschaft zu gehen.

Eine gute Prophylaxe ist natürlich nie verkehrt. So sollte man möglichst Verstopfungen vermeiden, viel Wasser und Tee trinken, auf spezielle Hausmittel wie Lein- oder Flohsamen setzen und sich viel bewegen. Spezielle Enddarmspülungen können ebenfalls helfen, wirkliche Abführmittel sind aber nicht zu empfehlen. Wichtig ist schließlich, dem Baby nicht allzu viele Nährstoffe zu entziehen. Vermieden werden sollte auch langes herumsitzen oder liegen, bei sitzenden Jobs sollte man durchaus öfter aufstehen dürfen. Zuhause können Hebammen hilfreiche Beckenbodenübungen zeigen. Nachweislich verringert ein gestärkter Beckenboden die Wahrscheinlichkeit an Hämorrhoiden zu erkranken.

Ruhe und Zeit nehmen sind die obersten Prioritäten während einer Schwangerschaft. So sollte man sich auch auf dem Klo Zeit nehmen und nicht aufgrund von Zeitmangel schnell etwas herausdrücken. Mit Gelassenheit und einer fördernden Sitzstellung auf der Toilette klappt es auch mit den Hämorrhoiden.