Genitalherpes

Bei Genitalherpes handelt es sich um eine der weltweit am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten. Die Folge sind juckende Rötungen und nässende Hautbläschen im Intimbereich. Der folgende Artikel erklärt Ihnen, was unter Genitalherpes verstanden wird, welche Ursachen die Geschlechtskrankheit hat, wie die Behandlung von Genitalherpes aussieht und welche Maßnahmen zur Vorbeugung getroffen werden können.

Was ist Genitalherpes?

Genitalherpes – in Fachkreisen auch herpes genitales genannt – ist eine Infektionskrankheit der Geschlechtsorgane, die durch bestimmte Herpesviren entsteht. Die Krankheit kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten. Eine erste Ansteckung mit dem Virus – auch wenn diese symptomlos verläuft – findet oft bereits im Kindesalter statt. Die Übertragung selbst geschieht durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion, d. h. sie wird durch direkten Körperkontakt bzw. Husten oder Niesen ausgelöst. Nach einer Erstinfektion verbleiben die Viren im Ruhezustand im Körper und lagern sich in den Nervenzellen ab. Bei einem intakten Immunsystem treten keine Symptome auf, daher wird in diesem Zusammenhang von einer latenten Infektion gesprochen.

Unter bestimmten Bedingungen kann Genitalherpes jedoch ausbrechen und zu unangenehmen Symptomen führen. Dies äußert sich u. a. durch schmerzhaft brennende bzw. juckende Rötungen, Quaddeln und Hautbläschen im Genitalbereich und direkt an den Geschlechtsorganen. Im voranschreitenden Verlauf bilden sich nässende Hautbläschen, welche meist von Eiter bedeckt sind. In diesem Stadium ist das Übertragungsrisiko am höchsten. Bei Männern sind hauptsächlich Penis-Schaft, Vorhaut und Eichel betroffen. Bei Frauen können sich die Symptome über Vagina und Vulva bis auf den Gebärmutterhals und die Dammregion erstrecken.

Ursachen von Genitalherpes

Eine Infektion mit Genitalherpes lässt sich auf Herpes-simplex-Viren (HSV) zurückführen. Dieses Virus kann in verschiedenen Formen auftreten, heute werden acht unterschiedliche Arten gezählt. Für 80-90 % der Fälle ist das Herpes-simplex-Virus vom Typ 2 verantwortlich. Aktuell sind ca. 10-20 % der Weltbevölkerung mit dem Virus infiziert. In den restlichen Fällen wird die Krankheit vom HSV-1 ausgelöst. Dieses ist eher dafür bekannt Lippenherpes zu verursachen, kann jedoch auch zu Genitalherpes führen. Dieses Virus tragen aktuell 9 von 10 Leuten in sich. Unabhängig davon, ob es sich um Typ 1 oder 2 handelt, in den meisten Fällen verbleibt das Virus im Ruhezustand.

Bei der Ansteckung mit Genitalherpes wird zwischen einer akuten und einer chronischen Phase unterschieden. Die akute Phase beginnt unmittelbar nach der Ansteckung mit Herpes genitalis und kann bis zu 2 Wochen andauern. Es kommt zur Ausbildung der typischen Symptome, welche mit Begleiterscheinungen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder Lymphknotenschwellungen einhergehen können. Ebenso gut kann jedoch ein leichter Verlauf der Erkrankung auftreten, wobei die Betroffenen oftmals gar nicht merken, dass sie an Genitalherpes leiden. Chronische und latente Phase gehen einher. Nachdem Sie sich einmal mit Genitalherpes angesteckt haben, verlässt das Virus den menschlichen Körper nicht mehr. Bei einem normalen Krankheitsverlauf kommt es ca. einmal im Jahr zu einem Ausbruch. Bei einem schweren Verlauf, kann es im schlimmsten Fall sogar alle ein bis zwei Monate zu einer Aktivierung kommen.

Um vom latenten in den aktiven Zustand überzugehen, bedarf es in den meisten Fällen einer schwachen Immunabwehr. Oft bricht Genitalherpes dann aus, wenn der Körper bereits durch andere Krankheiten wie z. B. eine Erkältung oder Grippe sowieso schon geschwächt ist. Auch Stress, Angst oder Streitigkeiten zählen zu den möglichen Auslösern von Genitalherpes. So stehen z. B. zahnärztliche Untersuchungen relativ weit oben, wenn es um die Aktivierung der Herpes-Viren geht.

Bei Frauen kommen zusätzlich hormonelle Ursachen hinzu. Dazu gehören vor allem Schwangerschaft und Menstruation. Schließlich hat auch die Umwelt einen Einfluss, so gelten extreme Wetterbedingungen wie Hitze oder Kälte ebenfalls als Ursache von Genitalherpes.

Behandlungsmöglichkeiten bei Genitalherpes

Da das Herpes-Virus im Körper nicht abgetötet werden kann, ist Genitalherpes an sich nicht heilbar. Die eingesetzten Methoden beschränken sich eher darauf, die Herpesbläschen einzudämmen, Beschwerden zu lindern und die Krankheitsdauer zu verkürzen. Die Therapie ist dabei abhängig vom Schweregrad des Herpes. Ein leichter Ausbrauch muss in vielen Fällen gar nicht behandelt werden, da er relativ schnell von allein wieder abheilt. Ist eine Behandlung notwendig, setzen Ärzte im Normalfall verschiedene Virostatiker (z. B. Aciclovir oder Penciclovir) ein, um Ihren Patienten Linderung zu verschaffen. Diese müssen in der Regel 5-10 Tage in Tablettenform konsumiert werden. Je früher die virushemmenden Medikamente eingenommen werden, desto effizienter wirken sie. Für eine erfolgreiche Genitalherpes-Therapie ist es jedoch wichtig, dass sich auch Sexualpartner untersuchen bzw. behandeln lässt.

Es stehen auch natürliche Mittel zur Verfügung, die Abhilfe schaffen können. Aufgrund seiner sehr starken, antibakteriellen Wirkung gehört Teebaumöl zu den beliebtesten Mitteln gegen Genitalherpes. Ein vorsichtiges Betupfen der betroffenen Stellen reicht zur Behandlung bereits aus. Einen ähnlichen Effekt hat Zitronenmelisse. Die antibakterielle Wirkung wurde 1993 sogar durch eine Studie bewiesen. Auch Aloe Vera kann schnell zu einer erheblichen Verbesserung der Symptome von Herpes genitalis beitragen.

Genitalherpes vorbeugen

Prophylaktische Maßnahmen können oftmals den Ausbruch der Erkrankung verhindern. Dazu haben Betroffene verschiedene Möglichkeiten. Der Faktor Sonnenstrahlung kann von den Betroffenen sehr gut vermieden werden. Dazu sollten Solarien ebenso gemieden werden wie ausgiebige Sonnenbäder.

Da ein angegriffenes Immunsystem immer einen Ausbruch von Genitalherpes nach sich zieht, sollten Menschen, die mit dem Herpes-Virus infiziert sind, probieren, Ihre Abwehrkräfte zu stärken bspw. durch eine gesunde Ernährung und ausreichend viel Schlaf. Studien konnten belegen, dass die Ernährung einen signifikanten Einfluss auf die Dauer und Intensität der Erkrankung haben kann.

In den meisten Fällen wird Genitalherpes über ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Dabei ist er besonders ansteckend, wenn bereits Rötungen oder nässende Bläschen sichtbar sind. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte in diesem Fall auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Insbesondere bei wechselnden Partnern sollten unbedingt Kondome verwendet werden.