Fußpilz

Der Fußpilz gehört zu den am weitesten verbreiteten Zivilisationskrankheiten und breitet sich dank der modernen Lebensweise immer stärker aus. Umgangssprachlich wird auch der Nagelpilz an Fußnägeln dem Fußpilz zugerechnet. Diese Einordnung ist nachvollziehbar, da die Erscheinungsformen ähnlich und in beiden Fällen die Füße betroffen sind, beide Erkrankungen nicht selten gleichzeitig auftreten und einer der den Fußpilz am häufigsten auslösenden Pilze zugleich für die Entstehung von Nagelpilz verantwortlich zeichnet. Die Medizin trennt die beiden Erkrankungen Fußpilz und Nagelpilz dennoch voneinander, zumal die Diagnosemöglichkeiten und die Therapieverfahren sich bei einer Erkrankung der Fußnägel vom Befall der Füße an sich in einigen Punkten unterscheiden.

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Was ist Fußpilz?

Fußpilz ist eine durch Dermatophyten (Fadenpilze) ausgelöste Pilzinfektion an den Füßen. Sie kann in drei Erscheinungsformen auftreten, welche nach dem exakten Vorkommen der Symptome unterschieden werden. Die Interdigitalmykose befällt den Fußzwischenraum zwischen den Fußnägeln, sie wird wissenschaftlich als Tinea pedis interdigitalis bezeichnet. Bei der zweiten Variante treten die Symptome auf der Fußsohle auf, diese Form der Erkrankung wird squamös- hyperkeratotisch, mit dem medizinisch-lateinischen Fachwort Tinea pedum oder schlicht Tinea pedis, genannt. Die dritte Fußpilz-Variante tritt vesikulös- dyshidrotisch auf und befällt das Fußgewölbe. Mischformen zwischen den einzelnen Formen des Fußpilzes können bei Patienten ebenso wie eine Kombination mit dem Fußnagel-Pilz auftreten.

Was sind die Ursachen für Fußpilz und wie entsteht dieser?

fußpilzFußpilz wird durch Fadenpilze verursacht. Am häufigsten lösen die Pilzvarianten Trichophyton rubrum, Trichophyton mentagrophytes und Epidermophyton floccosum als Auslöser einer Fußpilz-Erkrankung auf. Die Ansteckung mit Fußpilz erfolgt durch einen Kontakt mit dem Erreger, wobei dieser nicht bei allen Menschen eine Erkrankung auslöst. Die Sporen der den Fußpilz auslösenden Fadenpilze vermehren sich vorzugsweise in einem feuchten Klima, so dass der Besuch in der Sauna oder im Schwimmbad die Ansteckungsgefahr erhöht. Diese lässt sich verringern, wenn der Badegast seine Füße vor dem Anziehen der Strümpfe und Schuhe sorgfältig abtrocknet. Idealerweise warten Saunabesucher und Schwimmbadgäste einige Minuten nach dem Abtrocknen, ehe sie ihre Schuhe anziehen. Die früher in den entsprechenden Einrichtungen vorhandenen Spraygeräte zur Desinfektion der Füße haben sich als kontraproduktiv erwiesen, da diese eher die gesunde Hautflora als Pilzsporen geschädigt haben. Sie wurden inzwischen aus allen öffentlichen Bädern entfernt. Der Kontakt mit den Fußpilz-Sporen löst aber nicht zwingend eine Erkrankung aus, vielmehr wird diese durch eine genetische Disposition sowie durch weitere Krankheiten begünstigt. Vor allem Diabetiker und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem erkranken nach dem Kontakt mit Pilzsporen leicht. Des Weiteren befördert eine ungewöhnlich enge Stellung der Zehen an den Füßen die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung mit Fußpilz. So gut wie kein Erkrankungsrisiko tragen Menschen, die überwiegend barfuß laufen. In diesem Fall bildet sich das die Pilzerkrankung begünstigende Fußklima nicht. Barfuß bedeutet den Verzicht auf Strümpfe und Schuhe, das umgangssprachlich als “barfuß” gehen bezeichnete Nichttragen von Socken in Sandalen reicht für den Schutz vor einer Fußpilz-Infektion nicht aus. Auch nach einer längeren Therapie mit Antibiotika steigt die Ansteckungsgefahr bei Fußpilz.

Die Symptome des Fußpilzes

Bei Fußpilz zeigen sich Rötungen und Schuppen an den Füßen. Die betroffene Haut löst sich teilweise ab. Zudem geht eine Pilz-Infektion an den Füßen mit einem Jucken oder Brennen der betroffenen Fußstellen einher, welches bei einer Infektion der Zehenzwischenräume als besonders unangenehm empfunden wird. Das Jucken oder Brennen der betroffenen Stellen der Fußhaut ist das sicherste Symptom für eine Fußpilz-Erkrankung. Wenn die Fußsohle vom Fußpilz-Erreger befallen wird, treten als erste Symptome Hornhäute mit starken Rissen auf, diese entwickeln sich kontinuierlich weiter und belasten in einem späten Stadium vor allem die Fersen. Die Symptome dieser Form des Fußpilzes werden von Betroffenen häufig nicht erkannt, sondern mit einer übermäßig trockenen Haut und einer Hornhautbildung infolge einer starken Beanspruchung der Füße verwechselt. Eine Entzündung an den betroffenen Stellen der Füße gehört in vielen Fällen zu den Begleitsymptomen einer Pilz-Erkrankung, in Einzelfällen kann diese aber auch ohne eine solche erfolgen.

Die Diagnose des Fußpilzes

Dass ein Patient an Fußpilz erkrankt ist, stellt er Arzt anhand der eindeutigen Symptome bei einer Beschau des befallenen Fußes fest. Auch die Variante der Fußpilz-Erkrankung lässt sich zweifelsfrei erkennen. Der diagnostische Blick des Arztes kann jedoch nicht den exakten Erreger der Fußpilz-Erkrankung ermitteln. Hierfür ist zunächst eine Untersuchung des Gewebes unter dem Mikroskop erforderlich. Zu diesem Zweck entnimmt der Arzt Hautschuppen aus den infizierten Bereichen und untersucht diese unter einem Mikroskop mit einem Vergrößerungsfaktor von fünfundzwanzig bis vierhundert. Falls die Sichtkontrolle der Erreger unter dem Mikroskop keine eindeutige Identifizierung des vorliegenden Fußpilz-Erregers ermöglicht, bietet das Anlegen einer Pilzkultur die endgültige Sicherheit. Die Kultur muss auf einem geeigneten Nährboden einige Tage lang bebrütet werden, so dass die Diagnose des Fußpilzes sofort möglich ist, während der genaue Erreger erst nach einigen Tagen feststellt. Das Wissen um den die konkrete Erkrankung auslösenden Pilz ist für die gezielte medikamentöse Behandlung der Infektion erforderlich.

Die Behandlung des Fußpilzes

fußpilz_befallBei der Fußpilzbehandlung ist der Abbau einer akuten Entzündung das erste Ziel, da diese den Körper zusätzlich zum eigentlichen Pilz belastet. Die lokale Behandlung des Pilzes erfolgt je nach Umfang des Befalls mit Salben, Pudern, Sprays oder Cremes. Die entsprechenden Mittel werden als Antimykotika (Gegenmittel zu Pilz-Erkrankungen) bezeichnet. Der Arzt kann mit einem unspezifischen Mittel beginnen und die Behandlung nach der genauen Definition des bei einem bestimmten Patienten wirksamen Pilzes auf ein spezifisches Wirkmittel umsteigen. Bei starkem Befall oder bei hartnäckigem Fußpilz kann die lokale Behandlung durch die Gabe eines Anti-Pilz-Mittels in Tablettenform ergänzt werden. Bei der Behandlung einer Fußpilz-Erkrankung ist das Durchhalten der Medikamentengabe über den vom Arzt festgelegten Zeitraum von großer Bedeutung. Während die Symptome oftmals bereits nach einiger Zeit abklingen, sind die Pilzsporen weiterhin vorhanden, so dass die Erkrankung bei einer zu frühen Beendigung der Behandlung erneut ausbrechen wird. Bei den meisten Medikamenten ist eine Folgebehandlung drei bis vier Wochen nach dem Abklingen der sichtbaren Symptome erforderlich. Eine Ausnahme besteht bei einer Fußpilz-Therapie mit Terbinanfin. Bei der Anwendung dieses Mittels, welche vorwiegend äußerlich erfolgt, aber auch innerlich mit Tabletten möglich ist, dauert die Behandlung insgesamt sieben Tage. Ein weiterer beliebter Wirkstoff in der Behandlung von Fußpilz-Erkrankungen ist Itraconazol. Bei der Anwendung dieses Medikamentes ist eine Kontrolle der Blutwerte zum Schutz vor Nebenwirkungen erforderlich. Bei stark entzündlich verlaufenden Fußpilz-Erkrankungen erweist sich Bifonazol als idealer Wirkstoff, da dieser auch entzündungshemmend wirkt. Viele gegen Fußpilz helfende Medikamente zur äußerlichen Anwendung können auch ohne Rezept in der Apotheke erworben werden. Der Patient weiß jedoch nicht, welcher Pilz seine Infektion ausgelöst hat und muss sich somit mit einem allgemein gegen Fadenpilze wirksamen Mittel begnügen. Die Selbstmedikation ist bei Fußpilz nur bei leichten Fällen sinnvoll und muss eine ausreichend lange Zeit nach dem Abklingen der Beschwerden fortgesetzt werden. Alternative Behandlungsmöglichkeiten gegen Fußpilz sind das Einreiben der Füße mit Teebaumöl und deren Pflege mit Lavendelöl. Beide ätherischen Öle wirken auch vorbeugend gegen Fußpilz-Infektionen, Beobachtungsstudien zufolge können sie auch den Heilungsprozess unterstützen. Ein weiteres Anti-Pilz-Mittel auf natürlicher Basis ist der Extrakt von Grapefruit-Kernen. Naturheilpraktiker empfehlen, währen der Fußpilzerkrankung auf Hefe enthaltende Nahrungsmittel weitgehend zu verzichten. Sie sehen einen Zusammenhang zwischen der Pilzerkrankung und der Wirkung des Hefepilzes im Körper. Eine derartige Diät schadet mit Sicherheit nicht, ihr Nutzen als unterstützende Fußpilz-Behandlung ist jedoch umstritten. Deutlichere Hinweise existieren dafür, dass ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis im Rahmen der Ernährung das Immunsystem stärkt und das Infektionsrisiko für Pilzerkrankungen wie Fußpilz verringert.

Die Hygiene während der Fußpilz-Behandlung

Dass Patienten an Fußpilz erkranken, lässt keinerlei Rückschluss auf eine möglicherweise mangelhafte Hygiene zu. Dennoch sind während der Behandlung einige Regeln zu beachten, damit die Pilzinfektion nicht ständig neu ausbricht. Auf das Tragen von Schuhen ohne Socken ist vom Zeitpunkt der Feststellung einer Fußpilz-Infektion bis zum Abschluss der Behandlung zwingend zu verzichten, da die Pilzsporen im feuchten Schuhklima lange überleben können. Wenn Patienten unbedingt auf Socken verzichten wollen, sprühen sie ihre Schuhe mit einem zugleich gegen Pilzspuren wirkenden Schuh-Deo ein. Dabei achten sie darauf, dass sie tatsächlich ein Deo mit der Zusatzwirkung gegen Fadenpilze wählen, viele Schuh-Deos erfüllen lediglich ihren Zweck gegen Schweißgeruch, wirken aber vorbeugend gegen eine Fußpilz-Infektion. Das für die Füße genutzte Handtuch sollte nach jedem Abtrocknen gewechselt und gewaschen werden, alternativ bietet sich die vorübergehende Verwendung von Papierhandtüchern an. Socken müssen bei mindestens sechzig Grad gewaschen werden. Naturfasern sind Kunstfaserstrümpfen vorzuziehen, zumal sich Baumwollsocken sogar in der Kochwäsche mitwaschen lassen, die geringere Waschtemperatur laut Pflegeetikett beruht schlicht auf der Furcht vor Regressansprüchen, wenn die Farben ausbleichen. Ganz wichtig ist, dass Patienten sich während der Pilzerkrankung nicht an den Füßen kratzen. Wenn sie hierauf nicht verzichten und anschließend andere Hautpartien berühren, verschleppen sie den ursprünglichen Fußpilz in andere Körperregionen. Nach dem Einreiben der befallenen Füße mit einem verschriebenen oder freiverkäuflich erworbenen Medikament ist das sorgfältige Waschen der Hände unverzichtbar. Die Krankheitsbezeichnung als Fußpilz beruht darauf, dass der Pilz vorwiegend an den Füßen auftritt, er kann durchaus an anderen Körperstellen in Erscheinung treten.

Risikofaktoren für Fußpilz

  • Feucht-warmes Klima
  • Eintrittspforten in der Haut
  • Geschwächte Abwehr
  • Durchblutungsstörungen

Neben einem geschwächten Immunsystem und einer genetischen Disposition stellt der regelmäßige Kontakt mit Fadenpilzsporen den größten Risikofaktor für eine Fußpilz-Erkrankung dar. Auch das Tragen von Schuhen gilt grundsätzlich als Risikofaktor, da das stetige Barfußlaufen sich als wirksam gegen eine Erkrankung erwiesen hat. Geschwister und Freundinnen, seltener Freunde, tauschen untereinander gelegentlich ihre Schuhe. Dieses Verfahren begünstigt die Ansteckung mit Fußpilz ebenso wie das Anprobieren neuer Schuhe ohne Strümpfe. Schuhgeschäfte bieten in der Regel Kunden Einwegstrümpfe zum Anprobieren an, wenn diese ohne Strümpfe zu tragen zum Schuhkauf gehen. Das Tragen von Badeschuhen verringert die Risikofaktoren in Schwimmbädern entgegen einer weit verbreiteten Vermutung nicht. Die Badeschuhe schützen die Füße zwar vor dem Kontakt mit auf dem Boden lebenden Pilzen, sie bewirken jedoch keinerlei Schutz gegen Pilzsporen, welche im über den Beckenrand schwappenden Wasser vorhanden sind. Darüber hinaus trocknen die meisten Badegäste ihre Füße nicht nach jedem Verlassen des Wassers ab, sondern schlüpfen noch an der Treppe in ihre Badesandalen. Auf diese Weise bildet sich ein stetig feuchter Film in den Schuhen, so dass diese nicht nur ihre Schutzfunktion gegen eine Fußpilz-Infektion verlieren, sondern eine solche sogar noch wahrscheinlicher machen. Das Fußpilz-Risiko ist in Hallenbädern am höchsten, während es in Freibädern überwiegend in überdachten Duschräumen und Umkleidekabinen, jedoch kaum am Beckenrand besteht.

Wie gefährlich ist Fußpilz?

Fußpilz ist ansteckend und wird von den Betroffenen, aber auch von die Erkrankung optisch wahrnehmenden anderen Menschen, als unangenehm empfunden. Fußpilz-Erkrankungen führen mit Ausnahme eventueller psychischer Probleme jedoch in den meisten Fällen zu keinen ernsthaften Folgeerkrankungen. Einige Patienten erleiden jedoch eine Streptokokkeninfektion, wenn sie ihren Fußpilz über einen längeren Zeitraum nicht behandeln lassen. Diese Folgeerkrankung beruht nicht direkt auf den Folgen der Fußpilz-Infektion, sondern wird durch die verringerten Abwehrkräfte der Haut gegen Krankheitserreger infolge der infektiösen Pilzerkrankung ausgelöst. Im schlimmsten Fall bewirkt die nicht behandelte Pilzinfektion an den Füßen eine Wundrose. Eine solche ist mit hohem Fieber verbunden und erfordert zwingend eine langwierige stationäre Behandlung. In der Regel sollte es nicht zu Folgeschäden kommen, da neben dem unangenehmen Juckreiz auch ästhetische Überlegungen eine rasche Behandlung von Fußpilz-Symptomen als ratsam erscheinen lassen.

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