Furunkel

Furunkel sehen nicht nur besonders unschön aus, eitern und entzünden sich, sie tun auch noch unglaublich weh und schmerzen. Neben all den unangenehmen Symptomen und viel diskutierten Ursachen, sind extrem viele Menschen davon betroffen. Wer Furunkel an sich entdeckt, der sollte entweder einen Arzt aufsuchen, oder aber zunächst mit Hausmitteln versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen. Vor allem Menschen, bei denen die Furunkel häufiger auftreten, wissen wie sie ihre Probleme mit praktischen Mitteln aus der Hausapotheke heilen können. Und so muss es bei den lästigen Furunkeln nicht immer der Besuch beim Arzt sein. Wer die Abheilung der Furunkel allerdings beschleunigen möchte, und Komplikationen im weiteren Verlauf verhindern will, der kann sich guten Gewissens an einen Hautarzt wenden. Vor allem dann, wenn die unschönen Hautentzündungen im Gesicht vorkommen, wünscht man sich schnelle Wirkung. Was Furunkel überhaupt sind, warum sie beim Menschen vorkommen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie man Narbenbildung verhindert, das wird in nachfolgendem Artikel behandelt.

 

Was sind Furunkel?

Furunkel

Ein Furunkel

Bei den Furunkeln handelt es sich grob erklärt um entzündete Haarfollikel, wobei auch das umliegende Gewebe betroffen ist. Die Entzündungen werden durch Bakterien hervorgerufen und befallen die unmittelbar umliegenden Gewebe- und Hautschichten um den Haarfollikel herum. Gemeint ist also nicht nur die obere Lederhaut, sondern auch die darunter liegende Subkutis, auch Unterhautfettgewebe genannt. Die Entzündung geht also tief in die Haut hinein, durch den Haarfollikel kann die Haarwurzel in der Haut gehalten und verankert werden. Um ihn herum befinden sich spezielle Talgdrüsen und Duftstoffe. Spezielle Bakterien lösen genau an diesen Stellen die Entzündung aus. Dabei spielt es keine Rolle ob man sich rasiert hat oder es sich um ein von außen sichtbares Haar handelt. Die Wurzeln der Haare bleiben immer in der Haut, andernfalls würden Haare überhaupt nicht nachwachsen.

 

Welche Ursachen haben Furunkel?

Furunkel sind kein spezielles Problem unserer westlichen Kultur. Sie kommen auf der ganzen Welt vor. Und das nicht gerade selten, denn vor allem in den Subtropen und den tropischen Feuchtregionen können sich extrem leicht diverse Hautinfektionen entwickeln. Haarfollikelentzündungen sind außerdem dann äußerst leicht zu bekommen, wenn die Menschen eher weniger mit hygienischen Standards vertraut sind. Insgesamt betrachtet, erkranken aber mehr männliche Personen an diesen Hautkrankheiten. Mangelnde Hygiene, aber auch Unterernährung kann die Entstehung noch begünstigen.

 

Woran erkennt man Furunkel?

Furunkel sehen allgemein sehr unschön aus, werden aber vermehrt mit Pickeln verwechselt. Allerdings zeigen sich bei den Furunkeln ganz typische Entzündungszeichen, die nichts mit den entzündlichen Prozessen von herkömmlichen Hautunreinheiten zu tun haben. So tun Furunkel ziemlich weh, zeigen eine auffällige Rötung und fühlen sich heiß an. Einige Furunkel überwärmen sogar und schwellen dadurch extrem an. Die typischen Entzündungszeichen zeigen sich, die Haut beginnt zu spannen. Später bildet sich ein praller Knoten, der sich bis zu 2 Zentimetern ausbreiten kann. Das Gewebe stirbt in der Mitte schließlich ab und auch der Eiter fließt aus dem Furunkel ab. Betroffene fühlen sich oft sehr unwohl, vielmehr aber geschwächt und abgeschlagen. Viele andere Patienten bemerken ansonsten keine auffälligen Symptome.

Die typischen Stellen für Furunkel sind übrigens im Ohr, im Gesicht, direkt am Po oder After und auch am Schambereich. Einige Stellen sind ziemlich unangenehm, vor allem wenn darüber Kleidung getragen werden muss.

 

Die Symptome der Furunkel

Die Symptome der Furunkel können tatsächlich ziemlich unterschiedlich ausfallen. Da es sich um entzündliche Prozesse handelt, die teilweise sehr tief in das Hautgewebe eindringen, kann es zu einer allgemeinen Schwäche des Organismus kommen. Einige fühlen sich sehr müde und abgeschlagen, andere bemerken von diesen Symptomen nichts.

Der Furunkel selbst schmerzt ab einer gewissen Größe, denn die Haut spannt sich unter dem Eiter. Dieser wird in der Mitte gebildet und füllt den ganzen Furunkel aus. Fühlt man vorsichtig über den Furunkel, so kann eine deutliche Erwärmung erfühlt werden, manche berichten sogar von Hitze. Die Hautentzündung schmerzt und spannt, tritt Eiter aus dem Furunkel, so verspüren viele eine Art Erleichterung. Allerdings sollte man einen Furunkel nie ausdrücken, ähnlich wie man es ab und an bei einem eitrigen Pickel tut. Viel besser ist es, den Furunkel abschwellen zu lassen und mit antientzündlichen Hausmitteln zu behandeln. In schwierigen, oder ausartenden Fällen, kommt man um eine antibiotische Behandlung nicht herum. Dann sind die Entzündungsherde nämlich nicht mehr von den körpereigenen Abwehrkräften zu bekämpfen. Auch Hausmittel bringen ab einem gewissen Punkt nichts mehr.

Wer die Symptome eines Furunkels rechtzeitig erkennt, der kann ziemlich gut dagegen steuern. Entzündliche Prozesse verbreiten sich in der Regel recht schnell, wenn man nichts gegen sie unternimmt. An den Geschlechtsteilen eines Menschen können die Furunkel besonders gefährlich werden. Dort sind sie nämlich die meiste Zeit von Kleidung bedeckt und es herrscht ein eher feucht-warmes Milieu. Dieses ist für die Entwicklung des Furunkels optimal. Hinter den Ohren oder im Gesicht können die Entzündungen besser austrocknen oder verheilen. Außerdem befinden sich im Schambereich wichtige Organe, die im schlimmsten Fall betroffen sind.

 

Wie werden Furunkel behandelt?

Normalerweise heilen die Furunkel problemlos wieder ab, nur in seltenen Fällen zeigen sich wirkliche Komplikationen. Meist jedoch erinnern unschöne Narben an die entzündlichen Furunkel, gegen die nur eine effektive Narbenbehandlung vorgehen kann.

 

Welche Behandlungsmethoden sind effektiv?

Hausmittel sind eine gute Methode, um Furunkel im Anfangsstadium erfolgreich zu behandeln. Funktionieren diese Methoden nicht mehr, etwa weil eine grundlegende Immunschwäche besteht, so kann der Arzt zunächst einen Abstrich nehmen und in ein Labor schicken. Können dann Erreger im Furunkel nachgewiesen werde, so kann mit einem passenden Antibiotika behandelt werden. Diese wirken extrem aggressiv gegen die Keime und Erreger und lassen den Furunkel schnell abheilen und verschwinden.

Neben diesen Behandlungsmethoden kann der Arzt den Furunkel öffnen und den Eiter abfließen lassen. Dies schafft zunächst Erleichterung beim Patienten, allerdings nur eine kurzfristige. Der Eiter wird sich nämlich so lange nachbilden, bis die Entzündung verschwunden ist. Dieser ist sogar eine körpereigene Schutzfunktion, um Entzündungen nicht an Organe oder Knochen gelangen zu lassen.

Antibiotische Salben können auch Zuhause weiter verwendet werden, meist nach einem kurzen Klinikaufenthalt. Sie enthalten in der Regel den Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat. Dieser wirkt stark entzündungshemmend und schwächt die Produktion der Talgdrüsen ab. Selbstständig einen Furunkel aufstechen sollte nicht in Frage kommen, denn dann kann es zu Blutvergiftungen oder Gerinnseln im Gehirn kommen. Reife Furunkel sollten nur von einem Arzt geöffnet werden. Er setzt gezielte, und vor allem desinfizierte und antibakterielle, Schnitte an, um den Furunkel zu spalten.

 

Ab wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Furunkel können schmerzen, sodass sich Patienten dazu berufen fühlen, einen Furunkel selbst auszudrücken oder hineinzustechen. Davon wird aber dringend abgeraten, denn es kann zu schweren Komplikationen kommen. Wer einen Furunkel behandeln oder öffnen lassen will, der sollte direkt einen Dermatologen aufsuchen. Dies sollte auch dann passieren, wenn der Furunkel weitere Symptome im Körper auslöst und sich der Patient aufgrund dessen ausgelaugt und geschwächt fühlt. Verbreitet sich beispielsweise die Hitze um den Furunkel, so kann von einer sich verbreitenden Entzündung ausgegangen werden.

 

Furunkel mit Hausmittel bekämpfen

Hausmittel gegen den Kampf von Entzündungen gibt es viele. Sogar so viele, dass hier gar nicht alle aufgeführt werden können. Die wichtigsten und vielleicht effektivsten möchten wir jedoch nicht vorenthalten und haben sie daher einmal aufgelistet.

Hausmittel
  1. Entspannungsverfahren anwenden: Für den effektiven Stressabbau eignen sich autogenes Training oder Yoga.
  2. Hygiene: Nach der Berührung des Furunkels Hände waschen, nicht daran herumdrücken oder hineinstechen. Dies kann gefährliche Infektionen verursachen.
  3. Quarkumschläge und Weißkohl: Quark hilft bekanntlich gegen Entzündungen, auch vorbeugend kann er gegen Rötungen und Schwellungen helfen. Gute Quarkwickel helfen beim Einwirken. Wichtig ist jedoch, dass der Quark stets kühl ist. In Kombination mit Weißkohl kann die Entzündung noch effektiver behandelt werden.
  4. Kräutertinkturen selbst gemischt: Wer häufiger an Furunkeln leidet, der kann sich aus dem Kräuterladen oder den Drogerien diverse Kräuter oder ätherische Öle kaufen und miteinander vermischen. So ist Teebaumöl und Lavendel extrem entzündungshemmend und austrocknend. Lavendel beruhigt gereizte Haut, nebenbei auch noch die Sinne.
  5. Matcha Tee: Dieser Tee stammt aus China, schmeckt relativ bitter und hat einen hohen Koffeingehalt. Allerdings ist er extrem reich an wichtigen Nährstoffen, die zu einem gesunden Organismus beitragen.
  6. Thymian: Ätherische Öle in abgekochtes Wasser geben und mit Hilfe von Kompressen auf die Haut tupfen. Dies kann den Heilungsprozess stark beschleunigen, denn Thymian wirkt antiseptisch. Alternativ wirkt auch Myrrenöl oder Rosmarin.
  7. Heilerde kämpft gegen Gifte, bindet sie und hilft bei der Ausleitung. In Form eines Breis kann man sich die Heilerde wie eine Art Maske auf das Gesicht oder die betroffene Stelle geben.
  8. Breiumschläge aus Apfelessig und HafermehlZwiebeln und Knoblauch in sauberen Tüchern auf die Furunkel einwirken lassen.
  9. Schafgarbe wirkt entzündungshemmend und adstringierend

Auch die Ernährung spielt eine nicht weniger wichtige Rolle und sollte zwingend unter die Lupe genommen werden. Da die Haut das wohl größte Entgiftungsorgan eines Menschen ist, werden auch die zugeführten Nähr- und Vitalstoffe über unsere Haut ausgeleitet. Und nicht nur das, auch Gifte und andere ungesunde Stoffe werden über die Talg- und Schweißdrüsen abgestoßen. Der Magen- und Darmtrakt kann mit seiner Verdauung nicht alle Schadstoffe ausscheiden, sodass die Haut einen großen Beitrag leisten muss. Wichtig ist es also, auf eine sehr gesunde und vollwertige Ernährung zu achten. Sie ist die Basis für die Vorbeugung von Furunkeln. Täglich frisches Obst und Gemüse, viel Wasser und nicht verarbeitete Lebensmittel sollten Programm sein. Desweiteren ist frische Luft und Bewegung wichtig, um auch das Stoffwechselsystem in Gang zu halten. Nur dann können sich geschwächte Organismen wieder erholen.

 

Wie können Furunkel vorgebeugt werden?

Treten Furunkel immer wieder auf, so spricht man von einer Furunkulose. Die Entzündungsherde flammen immer wieder auf und diverse Hausmittel helfen nicht mehr. Dann können diese Stellen operativ entfernt werden oder mit Lasertherapien unschädlich gemacht werden. Bei tiefer gelegenen Abszessen kann oft auch nur noch das Skalpell nützlich sein. Desweiteren gibt es sogar einen Impfstoff, der gegen die Erreger, welche sich im Eiter befinden, vorgeht. So kann das Immunsystem besser gerüstet in den Kampf gegen die kommenden Erreger angehen.

Um das Immunsystem aber wirklich zu stärken, bedarf es mehr als einer Impfung. Wichtig ist immer eine ausgewogene und vor allem gesunde Ernährung. Auch die Hygiene spielt eine nicht untergeordnete Rolle und sollte konsequent durchgezogen werden. Beispielsweise dürfen Menschen mit empfindlicher oder anfälliger Haut nicht ungewaschen ins Bett. Wer sich vor dem Zubettgehen beispielsweise nicht abschminkt, der begünstigt die Verbreitung der Erreger oder entzündliche Prozesse. Auch Menschen die häufig Schwitzen, sollten sich ebenso häufiger waschen. Auch die Kleidung sollte regelmäßig gewechselt werden, vor allem die Unterwäsche.

Um künftig Furunkel zu vermeiden können diverse Hausmittel auch präventiv angewandt werden. Beispielsweise empfehlen sich diverse ätherische Öle, wie etwas das Teebaumöl oder Lavendelöl. Zusammen mit reiner Sheabutter können einige Tropfen täglich aufgetragen werden, ohne die Haut auszutrocknen. Die Wirkungen der Öle dringen tief in die Haut ein und wirken dort effektiv gegen Entzündungen oder Bakterien.

Ernährung, Hygiene und natürliche Naturprodukte sind eine gute und meist ausreichende Kombination, im Kampf gegen die Furunkel. Sitzen die Entzündungen jedoch tiefer, so können sie jederzeit ausbrechen. Ähnlich wie bei einem Vulkan, der trotz aller Vorsichtsmaßnahmen jederzeit ausbrechen kann. Hier helfen nur effektivere Maßnahmen, wie beispielsweise der Gang zum Chirurgen.