Akne inversa – Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Was ist Akne inversa?

Akne inversa (Hidradenitis suppurativa) ist die schlimmste Form der Akne. Betroffene dieser Hauterkrankung leiden unter schmerzhaften Entzündungen, die meist an Stellen auftreten, welche zur Bildung von Hautfalten neigen (z. B. die Genitalregion und der Bereich der Achseln, in den Kniekehlen, hinter und in den Ohren, in der Leistengegend und unter der weiblichen Brust). Die erkrankten Hautpartien weisen entzündete Stellen auf, die mit Abszessen, Ansammlungen von Eiter und bleibenden Narben einhergehen. In schlimmen Fällen leben die Betroffenen psychisch sowie körperlich sehr eingeschränkt. Akne inversa tritt bei Frauen häufiger auf, als bei Männern. Dieses Krankheitsbild taucht sehr oft bei Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf. Es bilden sich Pickel, Mitesser und Knoten.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen und Entstehung von Akne inversa

Akne Inversa

Fortgeschrittene Akne Inversa

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass so genannte Verhornungsstörungen zum Beginn einer Erkrankung an Akne inversa beitragen. Das bedeutet, dass sich die Haarwurzeln und die sich dort befindlichen Talgdrüsen verstopfen und entzünden. Eine weitere Ursache ist starkes Schwitzen, da sich dabei mehr Feuchtigkeit bildet. Das Ausdrücken der Pickel, Pusteln und Mitesser sollte unterlassen werden. Der Grund besteht darin, dass diese Hautstellen dadurch geöffnet werden und die Bakterien auf den Händen in die offene Wunde gelangen können. Dies verschlimmert meist die bereits bestehende Entzündung und mehr übel riechendes Sekret bildet sich. Außerdem können auch Bakterien aus der Wunde auf die Finger gelangen. Somit kann sich die Krankheit weiter über den gesamten Körper ausbreiten. Dies hat mehrere schmerzhafte und entzündete Stellen am eigenen Körper zur Folge. Nicht zu vergessen ist jedoch die Narbenbildung, da durch die Entzündung die Heilung gehemmt wird.

Welche Symptome treten bei Akne inversa auf?

Akne inversa kann in drei Stadien unterteilt werden:

  • Stadium 1:
    In diesem Stadium bilden sich große Mitesser und Pickel. Beim Abtasten der entzündeten Stellen sind Knoten/ Pickel unter der Haut fühlbar. Die Bildung von Narbensträngen bleibt aus, jedoch treten Schmerzen auf.
  • Stadium 2:
    Immer wieder auftauchende Abszesse an mehreren oder nur einer Stelle des Körpers zeichnen dieses Stadium aus. Es bilden sich Schmerzen, Narbenstränge und Eiteransammlungen. Bei Berührungen bzw. Ausüben von leichtem Druck auf die tangierenden Hautstellen ist ein Austritt von Eiter, Talg und Sekret möglich.
  • Stadium 3:
    In diesem Stadium der Akne inversa hat sich die Entzündung bereits verbreitet. Die schmerzhaften Abszesse können unter Schmerzen miteinander verbundene Narbenstränge besitzen. Die Bewegungen des Patienten werden stark eingeschränkt. In vielen Fällen dringen die Narbenstränge bis zu den Organen vor.

Was passiert bei Akne inversa?

Die Haarwurzeln und die damit verbunden Talgdrüsen entzünden sich an den betroffenen Arealen der Haut. Es bilden sich vergrößerte Mitesser und Pickel, welche als Verdickungen unter der Haut und Knoten fühlbar werden. Ebenfalls bilden sich in späteren Stadien der Krankheit so genannte Fisteln und Eiteransammlungen unter Haut, welche sogar tief ins innere Gewebe der Haut eindringen können. Diese Ansammlungen entleeren sich meist spontan. Geschieht dies, tritt Eiter, ein übel riechendes Sekret oder Talg aus der entzündeten Stelle.

Die Diagnose

akne_docDie meisten Dermatologen sind mit dem Krankheitsbild der Akne inversa vertraut. Jedoch gibt es einige Ärzte, welche die typischen Symptome als normale Pickel bezeichnen. Das klinische Bild der Akne inversa zeichnet sich vor allem durch die spezifischen bläulich-violetten Verfärbung der entzündeten Arealen, eine gewisse Überempfindlichkeit gegenüber Druck, Schwellungen, übel riechendes Sekret sowie der Bildung von Narben aus. Ebenfalls wichtig für die Diagnose der schweren Form von Akne ist die gesamte Krankengeschichte des Patienten. Durch die Krankengeschichte wie auch mit Hilfe des klinischen Bildes (Symptome) werden durch den Arzt andere, ähnlich verlaufende Krankheiten ausgeschlossen. Da die Infektion sehr selten ist, ist sie bei wenigen Ärzten bekannt. Oft wird die Fehldiagnose der so genannten Schweißdrüsen- abzesse gestellt. Es gibt Fälle, in denen es oft mehrere Jahre dauerte, bis die richtige Diagnose der Akne inversa gestellt wurde. Damit der behandelnde Arzt sicher sein kann, dass sein Patient unter einer Form von Akne leidet, wird eine histologische Untersuchung (Untersuchung von Gewebe) veranlasst. Das Gewebe des Patienten wird auf die typischen Veränderungen der Zellstruktur während des Krankheitsverlaufes untersucht. Eine Röntgenkontrastuntersuchung kann von Nöten sein, wenn der Verdacht auf Bildung von Fisteln besteht.

Wie wird Akne inversa behandelt?

Die Behandlung von Akne inversa ist abhängig von dem Stadium der Krankheit. Wird die Infektion der Haut bereits in einem sehr frühen Stadium erkannt, ist eine konservative Behandlung möglich. In späteren Stadien ist die Heilung nur durch Operationen gewährleistet.

1. Konservative Behandlung
Da die Entzündungen von Bakterien ausgelöst werden, wird meist eine Therapie mit Antibiotika verordnet. Da als ein Auslöser der Krankheit die Androgene verdächtigt werden, wird bei Frauen meist eine Antiandrogentherapie durchgeführt. Diese Präparate beinhalten Substanzen, die die Bildung der auch im weiblichen Körper vorhandenen männlichen Sexualhormone bremst.

2. Chirurgische Behandlung
Die Form der chirurgischen Behandlung ist abhängig von der Größe der betroffenen Hautstelle.

2.1. Eröffnung von Entzündungsherden
Bei der Eröffnung von Entzündungsherden ist keine vollständige Heilung von Akne inversa gewährleistet, jedoch verschafft dieser Eingriff eine Abschwächung und Linderung des Krankheitsbildes.

2.2. Operation
Ist das Krankheitsbild sehr weit fortgeschritten oder sind erhebliche Defekte der Haut vorhanden, wird die entzündete Hautstelle chirurgisch entfernt.

2.3. Lasertherapie
Mit dieser seltenen Methode wird die betroffene Hautstelle mit einem Laser abgetragen.

Risikofaktoren bei einer Akne inversa

Zwar ist immer noch unklar, was genau der Auslöser von Akne inversa ist, aber es wird davon ausgegangen, dass einige Faktoren eine große Rolle spielen. Durch ein häufiges Auftreten der Krankheit innerhalb einer Familie wird spekuliert, das die Krankheit vererbbar ist. Ein weiteres Risiko ist die vermehrte Bildung der männlichen Sexualhormone (Androgene), da diese dafür Sorge tragen, dass vermehrt Talg gebildet wird. Ebenfalls sind Menschen mit Übergewicht stark gefährdet, da die gedehnte Haut mehr Falten als bei schlanken Menschen bildet. Unter diesen Falten bildet sich schnell Feuchtigkeit, die ein Ausbrechen von Akne inversa begünstigt. Auffällig ist, dass übermäßig viele Raucher an der Krankheit leiden. Nicht zu vergessen sind Menschen mit einer Diabetes-Erkrankung. Bei Diabetes-Patienten ist das Immunsystem bereits geschwächt und daher anfälliger für Viren und Bakterien. Noch umstritten ist der Verdacht, dass zu enge Kleidung, falsche Ernährung und Stress für die Erkrankung verantwortlich sind.

Schnelle Abhilfe

Diese Tipps geben keinerlei Garantie auf eine Heilung oder Besserung des Krankheitsbildes. In einigen Fällen jedoch haben sich diese Ratschläge bewährt. Wichtig jedoch ist, diese Arten der Behandlung mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Von Vorteil ist eine Umstellung der Ernährung. Menschen, die ihre Ernährung auf Fast Food und Fertigprodukte reduzieren, sind bekanntermaßen anfälliger für die Bildung von Pickel. Wichtig ist, einige Lebensmittel durch Obst und Gemüse zu ersetzen und sich ausgewogen zu ernähren.

Ist der Druckschmerz der betroffenen Stellen sehr unangenehm, kann ein chirurgischer Einschnitt Linderung verschaffen, da der Eiter abfließen kann. Wurde eine Hormonschwankung festgestellt, kann eine Antiandrogen- behandlung Wunder wirken. Um einer Operation zu entgehen, kann mit dem Arzt abgeklärt werden, ob eine bakterielle Entzündung vorliegt. Wurde dieser Test positiv ausgewertet, ist es möglich, dass eine Behandlung mit Antibiotikum anschlägt und sich das Krankheitsbild verbessert.

Leben mit Akne Inversa